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Sprache

Sprachen und Dialekte südlich der Grenze

In Südschleswig gibt es eine große Sprachenvielfalt. Deutsch, Plattdeutsch, Dänisch, Sønderjysk (Südjütländisch) und Friesisch ist zu hören, außerdem gibt es noch die aus sterbende Mischsprache Flensburger Petuh. Plattdeutsch ist eine Regionalsprache, Dänisch und Friesisch sind Minderheitensprachen. Darüber hinaus ist Dänisch Fremd- bzw. Nachbarsprache. Sønderjysk ist der ursprüngliche Dialekt der Region.

Deutsch und Plattdeutsch 
Die offizielle Sprache Deutsch umfasst Hochdeutsch und eine norddeutsche Standardsprache. Die meisten aus der Mehrheitsbevölkerung, und der größte Teil der dänische Minderheit und der Friesen sprechen Deutsch als Mutter sprache und benutzen es zuhause. Einige sprechen Plattdeutsch, das heute eine Re gionalsprache ist. Es wird auch als Niederdeutsch bezeichnet. Bis 1650 war es die offizielle Sprache. Danach erhielt es Dialektstatus, aber viele schrie ben weiterhin Plattdeutsch. Auch heute wird Literatur auf Platt deutsch ver öf fentlicht, es erscheinen Artikel in lokalen Zeitungen, und es gibt natürlich platt deutsche Theatervorstellungen und Radio- bzw. Fernsehsendungen.

Plattdeutsch ist, insbesondere in den Städten, auf dem Rückzug. Diejenigen, die Plattdeutsch sprechen, beherrschen heute auch Hochdeutsch, und sind da mit zweisprachig. Nur wenige Kinder lernen Plattdeutsch als Muttersprache, aber einige eignen es sich später in der Familie oder dem örtliche Umfeld an. Sie können es in den Schulen lernen, in denen Plattdeutsch in den Unterricht ein geht – entweder als Wahlfach, oder als ein Aspekt des Deutschunterrichtes. Außerdem gibt es jedes Jahr plattdeutsche Vorlesewettbewerbe für Schüler, die vom Schleswig-Holsteinischen Heimatbund veranstaltet werden, der sehr engagiert die Förderung und Bewahrung des Plattdeutschen verfolgt.

Plattdeutsch ist als Regionalsprache im europäischen Pakt des Europarates über regionale Sprachen und Minderheitensprachen anerkannt worden.

Dänisch als Minderheitensprache
Dänisch ist die offizielle Sprache der dänischen Minderheit. Dänisch kann hier Hochdänisch (Rigsdansk) oder eine südschleswigsche Variante sein, in der Hoch dänisch mit deutschen Einflüssen im Bereich Aussprache, Beugung und Wort schatz vermischt wird. Der Einfluss ergibt sich aus der Tatsache, dass die meisten Mitglieder zu hause, am Arbeitsplatz und mit ihren Kindern Deutsch spre chen. Viele aus der Minderheit sehen Südschleswigsch als Teil ihrer Iden tität als Minderheit an, und schätzen daher diese Sprachform, die damit einen erheblichen Status ein genommen hat.

In den Vereinen und bei kulturellen Veranstaltungen wird südschleswigsch ne ben Hochdänisch gesprochen, und oft auch Deutsch. In den Kindergärten und Schulen der Minderheit wird dänisch gesprochen, hier wachsen Kinder dann zwei sprachig auf. In der Schule ist die Sprachnorm Hochdänisch, aber wer in Südschleswig aufgewachsen ist, spricht meistens südschleswigsch. Außerdem werden deutsche Sprachkenntnisse im Fach Deutsch erlernt oder weiter ent wickelt.

Die offizielle schriftliche Kommunikation der Minderheiten erfolgt entweder auf Deutsch oder auf Dänisch, und die Tageszeitung der dänischsprachigen Min der heit, Flensborg Avis, enthält auch deutschsprachige Seiten. Darüber hinaus spielt Dä nisch als Minderheitensprache in den übrigen Medien keine große Rol le.

Dänisch ist als Regionalsprache im europäischen Pakt des Europarates über regionale Sprachen und Minderheitensprachen anerkannt worden. Dies ist Ausdruck dafür, dass sich die Mitglieder der Minderheit mit der dänischen Spra che identifizieren, auch wenn es für einige eher ein Symbol ihrer däni schen Gesinnung als Alltagssprache ist.

Sønderjysk (Südjütländisch)
Sønderjysk ist der ursprüngliche Dialekt der Region. Lange Zeit war es All­tags sprache im Bereich zwischen Eider und über die jetzige Grenze hinweg bis zum Fluss Kongeå [Königsau]. Im Süden hörten viele allerdings auf, Sønderjysk zu sprechen, als Plattdeutsch einen höheren Status bekam. Plattdeutsch wurde von den Reichen und den Machthabern gesprochen, denen es die brei te Be völ kerung gerne gleichtun wollte. Man wählte deshalb auch deren Spra che. Aber breite Bevölkerungskreise waren lange Zeit zweisprachig.

Später erlitt Plattdeutsch das gleiche Schicksal. Als Hochdeutsch in der Gesell schaft einen höheren Status erhielt, entschieden sich auch die meisten dafür.

Heute lernen nur sehr wenige Sønderjysk von ihren Eltern. Es sind in der Re gel Kinder von Zugereisten aus Südjütland, oder aus der dänischen Min­der heit. Eher selten verhält es sich so, dass Deutsche den in nationaler Hin sicht neu tra len Dialekt Sønderjysk an die Kinder weiter geben.

Friesisch
Friesisch, oder Nordfriesisch, wird heute von den an der Westküste zwischen der dänisch-deutschen Grenze im Norden und Bredsted im Süden, sowie von auf den Inseln Sylt, Föhr, Amrum, Helgoland und den Halligen lebenden Frie sen gesprochen. Die Sprache kam mit Einwandern aus Südwesten in die Re gion, die sich um das Jahr 800, und dann nochmals ca. 300 Jahre später in der Region niederließen. Es ist keine Standardsprache, denn Friesisch besteht aus fünf Festlanddialekten und drei Inseldialekten, die untereinander so große Un terschiede aufweisen, dass Verständi gungs probleme auftreten können. Bei spiels weise gibt es für das Wort „Tisch“ die Bezeichnungen „Staal“, „boosel“, „Taffel“, „skiuw“ oder „scheew“. Außerdem gibt es keine friesische Schriftsprache. Jeder Dialekt hat seine eigene Schreibweise entsprechend der jeweiligen Aussprache.

Auch bei den meisten Friesen ist Deutsch die Muttersprache, und sie lernen Friesisch erst später in der Familie oder von Freunden, bzw. im Kindergarten oder der Schule, wo es als freiwilliges Wahlfach angeboten wird. Nur eine Schule des dänischen Schulverbandes „Dansk Skoleforening for Sydslesvig“ bietet friesisch als Unterrichtssprache an. Friesisch wird natürlich auch in den friesischen Vereinen und bei Theatervorstellungen gesprochen. Es spielt aber nur eine kleine Rolle in den Medien. Die friesische Minderheit hat im Gegensatz zu der dänischen bzw. deutschen Minderheit keine Tageszeitung, aber die frie si sche Sprache ist im öffentlichen Raum deutlich sicht bar, denn es gibt zwei sprachige Ortsschilder mit deutschem und friesischem Text.

Friesisch ist genau wie Dänisch und Deutsch im Sprachenpakt des Europarates, dem europäischen Pakt über regionale Sprachen und Minder­hei tensprachen, gleichermaßen anerkannt.

Dänisch als Fremdsprache
Die Haltung zu Dänisch als Fremdsprache oder Nachbarsprache hat sich geändert – von einem eher geringen Interesse hin zu einer steigenden Nach­frage. Dänisch gewinnt allmählich eine Position als bedeutende Nachbar­spra che. Es ist bei grenzüberschreitenden Ausbildungen gleichberechtigt, und im mer mehr Politiker, Beamte und Personen aus der Wirtschaft möchten Dänisch lernen, weil sie die sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Vorteile nicht mis sen möch ten. Es werden Kurse entwickelt, auch über das Internet, aller dings bis lang in begrenztem Umfang. In den Schulen, Gymnasien und den be ruf li chen Ausbildungen wird Dänisch als Wahlfach angeboten, aber die An gebote sind bei weitem nicht so umfassend wie z.B. für den Französischunterricht.

Flensburger Petuh
Das Flensburger Petuh ist eine Mischung aus Deutsch, Plattdeutsch, Dänisch und Sønderjysk. Die Sprachform war charakteristisch für die Petuh-Tanten, die es heute nicht mehr gibt. Ältere Flensburger lieben es immer noch, Petuh-Aus drücke zu benutzen.

Die Bezeichnung Petuh-Tanten stammt von dem Partout-Billett, also der Dau er fahr karte, die man für die Fahrten mit den Dampfern auf der Flensburger Förde für einen Sommer kaufte. Diese Dampfer fuhren Anlegestellen auf der Nord- und Südseite der Förde an, wo die Passagiere ohne Pass- und Zoll kon trollen an Land gehen und in den Restaurants Kaffee trinken konnten, da beide Sei ten unter deutscher Verwaltung standen. Aber es waren unterschiedliche Sprach landschaften, und die Petuh-Tanten kamen selbst aus einer Stadt mit ver schie denen Sprachen. Das Bürgertum sprach Hochdeutsch, die anderen Platt deutsch, und insbesondere in den westlichen und nördlichen Außen be zir ken wurde Sønderjysk gesprochen. Auch heute verwenden wohl einige wei ter hin dieses Flensburger Missingsch. Auch Hochdänisch wurde benutzt – ein Erbe aus der Zeit in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als Dänisch Schulsprache war.

Früher wurde diese Sprache von Deutschen als Petuhtantendänisch und von Dänen als Petuhtantendeutsch bezeichnet, wohl weil man insgesamt Misch sprachen nicht akzeptieren wollte, die mit dem sprachnationalistischen Stan dardisierungswunsch nach Hochdeutsch bzw. Hochdänisch unvereinbar waren.

Sprachen und Dialekte nördlich der Grenze

In Sønderjylland ist Dänisch sowohl Sønderjysk (Südjütländisch), als auch Rigsdansk (Reichsdänisch), und Deutsch ist eine Minderheitensprache, die Hochdeutsch und nordschleswigsches Deutsch umfasst, sowie eine Fremd- bzw. Nachbarsprache. Es gibt eine umfassende Literatur über Sprache und Sprachkontakte in der dänisch-deutschen Grenzregion.

Südjütländisch und Reichsdänisch
Sønderjysk ist eine Bezeichnung für eine Reihe von Dialekten. Die Un ter­schiede zwischen den einzelnen Dialekten, z.B. bei Aussprache und Beugung, werden jedoch Jahr für Jahr geringer, außerdem wird auf den Gebrauch von Dialektwörtern verzichtet, oder sie werden durch standardsprachliche Aus drücke ersetzt. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die Menschen oft umziehen und dabei unter den Einfluss des Reichsdänischen gelangen, das einen hohen Status einnimmt. Reichsdänisch stammt aus Kopenhagen, das jahrhundertlang Zentrum der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Macht war. Dazu bei getragen hat auch, dass die gemeinsame Schriftsprache auf dem Reichs dä nisch aufbaut.

Die Mobilität und der hohe Status des Reichsdänischen führen dann dazu, dass Eltern den Dialekt abwählen und in der Hochsprache mit ihren Kindern spre chen. Oder sie sprechen eine südjütländischen Regionalsprache. Sie hat ein zelne dialektale Einschläge, die sich aber von Person zu Person unterscheiden können.

Diejenigen, die einen südjütländischen Dialekt zuhause lernen, kommen so wohl aus der Mehrheitsbevölkerung, wie auch aus der deutschen Minderheit. Sie eignen sich dann später Reichsdänisch im dänischen Kindergarten und der Volkssschule an, oder eben Deutsch und Reichsdänisch in den Einrichtungen der deutschen Minderheit - sie werden zweisprachig. Sønderjysk ist also in na tionaler Hinsicht neutral.

Südjütländische Dialekte 
Auch heute noch hört man bei Kindern und Jugendlichen die Aussprache "a" für das Wort "jeg" [ich] nördlich der Linie Genner - Gelså, und "æ" südlich davon, während der vorangestellte Artikel "æ" oder "e", wie z.B. "æ / e bil" statt "bil-en" [das Auto] oft im gesamten Südjütland æ-artig klingt und "æ" geschrieben wird. Früher wurde es im Osten in Richtung "e" ausgesprochen und "e" geschrieben, wie es auch heute noch auf der Insel Alsen vorkommt.

Ein weiterer bewahrter Unterschied liegt in der Aussprache von langem "e", "ø" und "o" wie beispielsweise "ben", "køre" und "god" [Knochen bzw. Fuß, fahren und gut]. Auf Alsen ist die Aussprache "ie" - "ye" - "ue", während alle ande ren südjütländischen Dialekte "ei" - "øy" - "ou" verwenden, beispielswiese "bien" gegenüber "bein". Hingegen ist es im nördlichen Sønderjysk selten, "b" mit der Aussprache "f" in ’købe’ [kaufen] und "v" in ‘køber’ [ich kaufe] zu hören und"g" mit der Aussprache "ch" in "bage" [backen] und wei chem "g" in "bager" [Bäcker]. Es scheint so, dass die südjüt landische Dialekte die Aussprache "f" und "ch" für Wörter mit "b" und "g" anwenden. Auch die traditionelle geografische Grenze zwischen Gebieten mit Gebrauch von Stosston, Gebieten ohne Stosston und musikalischen Akzenten ist wegen der Mobilität schwerer zu erkennen.

Während Sønderjysk zuhause und im Alltag vom Reichsdänischen verdrängt wird, wird es in Amateurtheatervorstellungen, lokalen Satiren, Erzählungen und in Liedern verwendet. Darüber hinaus leisten Vereine wie Alsingergildet [Alsen-Gilde] und Æ Synnejysk Forening [Der Südjütländische Verein] einen Einsatz zur Bewahrung der geschrieben und gesprochenen Dialekte, u.a. mit Wörterbüchern für Sønderjysk. Auch Reklamen und Beschilderung auf Sønder jysk und die Anwendung von Dialektwörtern in lokalen Zeitungen tragen dazu bei, aber alle diese Bestrebungen können zu Gedenktafeln über einen gespro chenen Dialekt werden.

Deutsch als Minderheitensprache
In Sønderjylland ist Deutsch offizielle Sprache der deutschen Minderheit. Dabei kann es sich um Hochdeutsch, oder um nordschleswigsches Deutsch handeln, also ein durch dänische Aussprache, Beugung und Wortschatz beeinflusstes Deutsch. Dieser Einfluss ergibt sich daraus, dass die meisten Mitglieder Søn der jysk oder Reichsdänisch zuhause, mit den Kindern und am Arbeitsplatz sprechen. Die meisten Mitglieder der Minderheit sieht nordschleswigsches Deutsch als Teil ihrer Minderheitenidentität an, und schätzt diese Sprachform, die damit einen hohen Status erhalten hat.

In den Vereinen und bei kulturellen Veranstaltungen wird Deutsch gesprochen, und oft auch Sønderjysk. Die offizielle schriftliche Kommunikation hingegen erfolgt nur auf Deutsch, auch in der Zeitung der Minderheit "Der Nordschles wi ger". Auch in den Kindergärten und Schulen der deutschen Minderheit ist die Sprache Deutsch, und damit werden die Kinder zweisprachig. In der Schule gilt Hochdeutsch als Norm, aber diejenigen, die in Südjütland aufgewachsen sind, sprechen zum größten Teil nordschleswigsches Deutsch. Außerdem werden dä ni sche Sprachkenntnisse im Fach Dänisch erlernt oder weiter entwickelt.

Deutsch ist als Minderheitensprache in der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen anerkannt worden. Dies ist ein Ausdruck dafür, dass sich die Mitglieder der Minderheit mit der deutschen Sprache identi fizie ren, auch wenn es für einige eher ein Symbol ihrer deutschen Gesinnung, als eine Alltagssprache ist. Sønderjysk oder Reichsdänisch hat die Minderheit frü her mit dem Dänentum verbunden. Jetzt ist Reichsdänisch entnationalisiert, und wird normalerweise gegenüber denjenigen angewendet, die nur Reichs dänisch sprechen.

Deutsch als Fremdsprache
Die Haltung zu Deutsch als Fremdsprache hat sich in den letzten einhundert Jahren in Südjütland gewandelt. Als die deutsche Regierung 1920 endete , und Dänisch als Verwaltungs-, Schul- und Kirchensprache eingeführt wurde, be gannen viele Südjüten damit, Deutsch als Fremdsprache anzusehen. Auch wenn sie - aufgrund ihres Schulbesuches - zweisprachig waren, hörten viele auf, Deutsch zu sprechen. Sprachzwang führte zu Sprachverlust. Eine ähnlich negative Haltung gegenüber dem Deutschen wurde auch in den Jahren der deutschen Besatzung von 1940-45 ausgebreitet.

Als das deutsche Fernsehen in den Jahren zwischen ca. 1965 bis 1995 eine große Verbreitung in Südjütland hatte, lernten viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene ganz freiwillig Deutsch zu verstehen, und viele erwarben auch bis zu einem gewissen Grad aktive Sprachkenntnisse. Außerdem war Deutsch obli gatorische Fremdsprache in der Schule. Inzwischen ist Deutsch ein Wahlfach, und seit den 90'er Jahren ist die Kompetenz in Deutsch gegenüber Englisch wegen des massiven englischsprachigen Einflusses der Medien zurück gegan gen.

Moin südlich der Grenze

In Südschleswig wird die Grußformel „Moin“ von allen verwendet – unabhängig davon, ob man Deutsch, Plattdeutsch, Friesisch, Dänisch oder Sønderjysk spricht. „Moin“ oder „Moin Moin“ kann man zu jeder Tageszeit sagen, in der Bedeutung „Guten Tag“ oder als kurzer Gruß auf die Schnelle. Damit unterscheidet sich der Gruß von der dänischen Variante „mojn“, die auch als Abschiedsgruß benutzt wird. Beide Varianten haben den gleichen Ursprung. Das Wort stammt von der dialektalen Aussprache des deutschen Grußwortes ‘Morgen’, das von Handwerkern, Handelsleuten und Wehrpflichtigen aus dem Berliner Raum um 1900 mit nach Norden gebracht wurde. 
 
In Südschleswig war „Moin“ – im Gegensatz zu Sønderjylland - in keiner Weise mit nationalen Vorstellungen assoziiert. Es handelt sich um einen regionalen norddeutschen Gruß, der auch von der dänischen und der friesischen Minderheit verwendet wird. „Moin“ zeigt eine schleswigsche Identität an, und wird in Reklamen als Kennzeichen der Region eingesetzt.

Mojn nördlich der Grenze

Unabhängig davon, ob man den Dialekt von Sønderjylland, Hochdänisch, oder Deutsch als Minderheitensprache in Sønderjylland spricht, wird die Grußformel „mojn“ verwendet. „Mojn“ wird zu jeder Tageszeit gebraucht – sowohl als Ersatz für „Guten Tag“ und „Auf Wiedersehen“, wie auch als kurzer Gruß auf die  Schnelle. Im westlichen Teil von Sønderjylland wird „mojn“ jedoch hauptsächlich als Abschiedsgruß genutzt. 
 
Das Wort „mojn“ stammt aus einer dialektgeprägten Aussprache des deutschen Wortes ‘Morgen’. Während der deutschen Zeit begannen Handwerker, Händler und Wehrpflichtige, den Gruß aus Berlin und Umgebung nach Sønderjylland zu „importieren“. Nach 1920 wurde der Gruß von einigen Dänen als Verdeutschung der dänischen Sprache aufgefasst, und man forderte ein Verbot dieses Grußes. Dies wurde in Sønderjylland mit dem Slogan gewürdigt: Mojn er forbojn! (”Moin ist verboten”).
 
Heute wird ”mojn” nicht länger in einem nationalen Kontext gesehen, sonder als Ausdruck einer regionalen Identität betrachtet. Allerdings steht der Gruß heute unter erheblichen Druck durch den neudänischen Gruß ”Hej”. Auf der anderen Seite verbreiten Reklamen den Gruß aus Sønderjylland in ganz Dänemark als ein Symbol regionaler Zugehörigkeit.

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