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Wirtschaftsleben allgemein

Industrie, Handel und Handwerk südlich der Grenze

Industrie
Die Industrie ist wichtigster Arbeit- und Auftraggeber für die Wirtschaftsregion Norddeutschland. Dennoch fehlt trotz der außerordentlich hohen Bedeutung der Industrie eine aktive Politik zur Verbesserung der Standortbedingungen in dieser Region. Besonders in Norddeutschland erlebt die Industrie eine Renaissance. Sie ist einer der wichtigsten Konjunktur und Arbeitsmarktmotoren und sichert Deutschlands Rolle als Exportweltmeister und Innovationsführer. Aber sie braucht bessere Standortbedingungen und mehr politische Aufmerksamkeit. Das fordern 14 norddeutsche Industrie- und Handelskammern.

Die Industrie- und Handelskammern, IHKs, vertreten als eigenverantwortliche öffentlich-rechtliche Körperschaften der wirtschaftlichen Selbstverwaltung das Interesse ihrer zugehörigen Unternehmen gegenüber Kommunen, Landesregierungen sowie Politik und Öffentlichkeit. Die Industrie und Handelskammer hat ein Service-Center in Flensburg. Dort ist auch das Deutsch-Dänische Regionalmanagement angesiedelt und ist eine Schnittstelle für wirtschaftsnahe Themen undbegleitet aktuell die von der schleswig-holsteinischen Landesregierung geförderten deutsch-dänischen Leuchtturmprojekte und ist regelmäßig Ansprechpartner für die Wirtschaft, Politik und Verwaltung auf deutscher wie auch auf dänischer Seite.

Als Dachorganisation der 80 deutschen IHKs übernimmt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag DIHK, im Auftrag und in Abstimmung mit den IHKs die Interessenvertretung der deutschen Wirtschaft gegenüber den Entscheidern der Bundespolitik und den europäischen Institutionen. Unterstützung leistet dabei die DIHK Service GmbH.

Die außenwirtschaftlichen Beziehungen der deutschen Wirtschaft fördern an 120 Standorten in 80 Ländern weltweit die Deutschen Auslandshandelskammern (AHKs).

Im Unterschied zu anderen Organisationen der Wirtschaft, besonders den Branchenverbänden, repräsentiert die IHK-Organisation das wirtschaftliche Gesamtinteresse auf der Grundlage einer breiten Unternehmerschaft: 3,6 Millionen gewerbliche Unternehmen sind gesetzliche Mitglieder der IHKs. Das macht die IHK-Organisation unabhängig von Einzelinteressen und schafft ein besonderes Gewicht gegenüber politischen Instanzen. Es zwingt alle Entscheider der IHK-Organisation zum Ausgleich der Interessen.

Handel
Der Handel stellt in Deutschland einen wichtigen Wirtschaftszweig dar, dessen Bedeutung und Funktion häufig unterschätzt wird. Allein bei den IHKs sind gut eine Million Handelsunternehmen gemeldet – das sind rund ein Viertel aller gewerblichen Betriebe. In der Branche sind Handelsvermittler, Groß- und Außenhandelsunternehmen sowie Einzelhändler tätig. Sie alle üben wichtige Funktionen im Wirtschaftsleben aus:

·Großhandel und Handelsvermittler sind das Bindeglied zwischen den Wirtschaftsstufen Industrie, Handwerk und Einzelhandel. Abnehmer sind Einzelhandelsbetriebe, Gastgewerbe, nachgelagerte, regionale Großhändler oder weiterverarbeitende gewerbliche und industrielle Unternehmen. Der Umsatz im Großhandel liegt bei 700 Milliarden Euro und er bietet Arbeitsplätze für 1,2 Millionen Menschen.

Der Außenhandel ist der Großhandel auf internationaler Ebene. Für die Industrie erschließt er weltweite Absatzmöglichkeiten. Die Verbraucher versorgt er mit Importgütern aus aller Welt. Im Außenhandel wurden im Jahr 2006 Waren im Wert von 896 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 731 Milliarden Euro importiert.

·Der Einzelhandel verkauft Güter und Dienstleistungen an den Endverbraucher. Darüber hinaus ist der Einzelhandel ein wichtiger Faktor für die Attraktivität von Wirtschaftsstandorten: Innenstädte und Stadtquartiere werden vom Handel belebt. In Stadtteilen oder ländlichen Gebieten sichert der Einzelhandel Nahversorgung und Kommunikation. In den deutschen Einzelhandelsbetrieben arbeiten rund 2,7 Millionen Menschen und jährlich werden ungefähr 400 Milliarden Euro umgesetzt.

Die Handelsbranche beschäftigt also insgesamt knapp vier Millionen Arbeitnehmer – fast 10 Prozent aller Erwerbstätigen Darüber hinaus stellt die Branche über 180.000 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Das sind fast 12 Prozent alle Ausbildungsplätze in Deutschland!

Groß- und Einzelhandel zusammen erwirtschaften jährlich Umsätze in Höhe von rund 1,2 Billionen Euro (ohne Umsatzsteuer). Ihr Beitrag am Bruttoinlandsprodukt, also zur gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung, liegt bei knapp 11 Prozent. Informationen zur konjunkturellen Situation im Handel liefert einmal jährlich der "Handelsreport" des DIHK.

Handwerk
Die Organisation des Handwerks hat eine lange Tradition, die mit den Zünften ihren Anfang nahm. Heute steht die Handwerksstruktur auf zwei Säulen: Handwerkskammern und Innungen.
Die 54 Handwerkskammern in Deutschland sind die gesetzliche Vertretung aller deutschen Handwerker. Für die selbstständigen Handwerker besteht eine Pflichtmitgliedschaft in der für sie zuständigen Handwerkskammer. (Bezirksebene)

In der Handwerksordnung sind die hoheitlichen Aufgaben einer Handwerkskammer, wie das Führen der Handwerks- und Lehrlingsrolle, die Regelung der beruflichen Bildung oder das Sachverständigenwesen festgelegt. Darüber hinaus vertritt die Handwerkskammer die Interessen ihrer Mitglieder und die Darstellung des Handwerks in Politik und Öffentlichkeit. Dazu kommen unterschiedlichste Dienstleistungen, die für die Mitgliedbetriebe kostenlos angeboten werden.

Die Innungen bilden den Zusammenschluss der einzelnen Handwerksberufe. Durch die Innungen werden vor allem die berufsspezifischen Belange vertreten und gemeinsame gewerblichen Interessen der Innungs-Mitglieder gefördert. Auch bei der Lehrlingsausbildung wirken die Innungen mit. Die Mitgliedschaft bei einer Innung ist freiwillig. 
Alle Innungen einer Stadt, eines Landkreises oder einer bestimmten Region bilden zusammen eine Kreishandwerkerschaft.

Die Handwerkskammer ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, die eine Vielzahl von Aufgaben für ihre Mitglieder erbringt. Diese Aufgaben sind gesetzlich in der Handwerksordnung festgelegt.

Zu den Kernaufgaben der Kammern in Deutschland gehören die in der Handwerksordnung gesetzlich zugewiesenen Aufgaben der Selbstverwaltung des Handwerks. 
Dazu zählen unter anderem die Eintragung der Betriebe in die Handwerksrolle, die Registrierung der Ausbildungsverträge in der Lehrlingsrolle, die Regelung der beruflichen Bildung und der überbetrieblichen Ausbildung.
Weiterhin ist die Kammer für die diversen Prüfungen von den Fortbildungen bis zur Meisterprüfung zuständig. Aber auch das Sachverständigenwesen fällt in diesen Aufgabenbereich. 
Der Zuständigkeitsbereich der Handwerkskammer Flensburg als Interessenvertretung der Betriebe im nördlichen Schleswig-Holstein erstreckt sich auf die Kreise Dithmarschen, Nordfriesland, Rendsburg-Eckernförde und Schleswig-Flensburg sowie die kreisfreie Stadt Flensburg. Ihr gehören etwa 10.000 Mitgliedsbetriebe an.

„Grenzland - Fördergesellschaft des Handwerks und des Gewerbes“ der Kreishandwerkerschaft Flensburg fördert und entwickelt die Kooperation mit dem dänischen Handwerk, wozu auch die Vermittlung von deutschen Arbeitskräften nach Dänemark zählt (siehe auch: www.khfl.de)


Industrie, Handel und Handwerk nördlich der Grenze

Industrie
Sønderjylland ist traditionell stark durch Industrie geprägt – stärker als andere Landesteile, und stärker als die Region südlich der Grenze. Je weiter man sich in Dänemark nach Osten bewegt, desto größer ist die Chance, dass man Beschäftigung im Dienstleistungssektor findet.
Für die dänische Industrie, die traditionell im Grenzland stark war, ist es deshalb von besonderer Bedeutung, dass die Region Süddänemark an den wirtschaftlichen Clustern, in denen in verwandten Bereichen arbeitende Firmen durch Kooperationen Synergieeffekte erzielen, festhält und diese ausbaut. Auch die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Instituten ist von erheblicher Bedeutung. Als Beispiel einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Industrie und Wissenschaft kann Alsion angeführt werden, wo Syddansk Universitet u.a. Gebäude mit dem Mads Clausen Institut teilt und damit die Gelegenheit bietet, Netzwerke zu schaffen.

Brancheorganisationen
Dansk Industri (Verband der dänischen Industrie) ist die größte Branchenorganisation des industriellen Sektors, und gleichzeitig Arbeitgeberverband. In allen Regionen finden sich Lokalabteilungen. DI Sønderjylland befasst sich mit der Förderung der Wirtschaft in Sønderjylland. In der jetzigen Zeit befassen sich die Lokalabteilungen in der Hauptsache damit, die erforderlichen und gut qualifizierten Arbeitskräfte für den Landesteil zu finden. Im Vorstand sind auch Vertreter der größten Unternehmen in Sønderjylland repräsentiert - DONG Energy, Danfoss und Danish Crown.

Neue Maßnahmen
DI hat eine Reihe von Initiativen mit dem Ziel der Förderung der regionalen Wirtschaft ergriffen. Der „InitiativPreis“ wird jährlich für die beste Vermittlung der Herausforderungen der Wirtschaft an ein breites Publikum verliehen, Danfoss Universe  erhielt den Preis im Jahre 2007. Der „Lehrlingspreis“ wird an Auszubildende verliehen, die ihre Ausbildung auf herausragende Art abgeschlossen haben.

Darüber hinaus hat DI, gemeinsam mit der Branchenorganisation für Handel, Transport und Service, HTS  eine Broschüre über die lokalen Wirtschaftsverhältnisse in Sønderjylland herausgegeben, das auf der Homepage von DI zu finden ist.

Seit Anfang 2007 wurden durch Erhvervs- og Byggestyrelsen Wachstumsforen in allen dänischen Regionen eingerichtet. Hier treffen sich wichtige regionale Akteure aus der Wirtschaft mit den Kommunen und den Ausbildungseinrichtungen. Zweck ist es, gemeinsam Stärken und Schwächen der regionalen Wirtschaft zu analysieren, sowie Anträge auf EU-Fördermittel zu bearbeiten. Über das Wachstumsforum Süddänemark kann man mehr auf der Homepage www.ebst.dk erfahren.

Handel 
Weitaus die meisten neu gegründeten Firmen in der Region Süddänemark sind Handelsfirmen.

Das Wachstum in diesem Bereich wird nur von den Sektoren Finanzierung und Geschäftsservice überragt. Der Handel ist eine Branche mit kräftigen Wachstumsraten, und dies ist auch deshalb bemerkenswert, da in Sønderjylland traditionell die Industrie am stärksten war.

Brancheorganisationen
HTS Handel, Transport og Service (Handel, Transport und Service) ist die größte Branchenorganisation in diesem Bereich in Dänemark. Sie ist gleichzeitig Arbeitgeberorganisation für etwa 5.000 dänische Unternehmen. HTS ist der älteste Arbeitgeberverband in Dänemark, gegründet 1917 unter dem Namen ”Sammenslutningen af Havne- og Købmandsorganisationer i Danmark” (Zusammenschluss der Hafen- und Kaufmannsorganisationen in Dänemark). HTS hat seinen Namen mehrfach geändert, aber typisch für die Organisation ist die grundlegende Verbundenheit mit dem Handel im weitesten Sinne. Da auch versucht wird, auf das wirtschaftspolitische Klima in Dänemark Einfluss zu nehmen, kann die Organisation deshalb als Lobby der Handelsfirmen angesehen werden.

HTS Syddanmark (HTS Süddänemark) ist die regionale Abteilung, die sich mit der Förderung des weiteren Wirtschaftswachstums in der Grenzregion befasst. 35 % der Beschäftigten in der Region Süddänemark sind z.Zt. bei Mitgliedsunternehmen angestellt, die meisten im Bereich Handel. HTS Syddanmark wird von einem regionalen Vorstand geleitet, dem herausragende Wirtschaftleute angehören.

Handwerk
Während sich die industrielle Arbeit aus der Industrialisierung seit dem Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt hat, ist das traditionelle Handwerk viel älter. Die ersten Handwerkerorganisationen, die sogenannten Zünfte, wurden in den Städten des Mittelalters gegründet. Es waren nicht nur gewerbliche Zusammenschlüsse, sondern auch gleichzeitig Sozialversicherungen und gesellschaftliche Vereinigungen. 
Die Anzahl der Angestellten in der Industrie in den westeuropäischen Gesellschaften ist entsprechend der Zunahmen bei den Dienstleistungsberufen gefallen. Aber gerade das Handwerk hat, bedingt durch den wirtschaftlichen Aufschwung im letzten Jahrzehnt eine erhebliche Nachfrage verzeichnen können: Hauser müssen durch fachlich ausgebildete Handwerker errichtet werden. Zurzeit besteht ein erheblicher Mangel an Facharbeitern, sowohl in den traditionellen Handwerksfächern wie der Baubrache, wie auch in der Industrie. Eine schiefe Altersstruktur bedeutet, dass beispielsweise in Baubereich im Jahre 2020 jeder fünfte Handwerker fehlen wird.

Branchenorganisationen
Hauptorganisation für große und mittlere Handwerksfirmen ist Håndværksrådet (Rat des Handwerks). Über 20.000 Mitgliedsfirmen aus den Bereiche Kleinindustrie, Baugewerbe, Handel und Service, aber auch beispielsweise IT und grafische Branche. Håndværksrådet verfügt über eine Lokalabteilung in Sønderjylland, die sich um Probleme im Zusammenhang mit den zahlreichen deutschen Handwerkern kümmert, die typischerweise einen geringeren Stundelohn erhalten, als ihre dänischen Kollegen.

Dansk Håndværk og Industri  (Dänischer Handwerks- und Industrieverband) ist die größte Arbeitgeberorganisation für Unternehmen, die in den Bereichen Maschinenbau und Metallverarbeitung arbeiten und damit auch viele Handwerker beschäftigen. DHI zählt etwa 250 Mitgliedsunternehmen, in der Hauptsache Produktionsfirmen aus dem Metallbereich. Die Handwerksmeister verfügen über ihr eigenes Fachblatt, Mestertidende (Meisterblatt).
Die Arbeitnehmer verteilen sich auf verschieden Gewerkschaftliche Organisationen. Die größten Verbände sind 3F und Dansk Metal. 3F ist eine breit fächernde Gewerkschaft, verfügt aber auch über die sogenannte  „byggegruppe“ (Baugruppe), für Erd- und Betonarbeiter, Mauere, Dachdecker, Pflasterer, Steinmetze u.a. Dansk Metal ist die Gewerkschaft für Arbeitnehmer, die mit Mechanik und Elektronik arbeiten, einschließlich der Elektriker. Auch daran kann man erkennen, dass Handwerk und Industrie in Dänemark eng miteinander verbunden sind.
Maßnahmen zur Förderung der beruflichen Ausbildungen

Die dänische Regierung hat eine Reihe von Initiativen vorgelegt, die zum Ziel haben, dass mehr Jugendliche eine berufliche Ausbildung absolvieren. Auch das Handwerk soll attraktiver werden, und dazu hat man Ausbildungen eingerichtet, bei denen nicht theoretisches Wissen im Vordergrund steht, sondern praktische Kenntnisse – damit ist die Lehrstelle wieder modern geworden. Allerdings gibt es keine besonderen Maßnahmen in Sønderjylland, um mehr Jugendliche für Lehrstellen im Handwerk zu interessieren.


Landwirtschaft und Fischerei südlich der Grenze

Die Landwirtschaft war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein wichtigste Erwerbsquelle der meisten Menschen in Nordfriesland. 
Die Bedeichungen riesiger Landflächen ab dem 12. Jahrhundert, die große Fruchtbarkeit des Bodens sowie bedeutende Erfolge bei der Salz- und Torfgewinnung führten zu einem ersten spürbaren Wohlstand in Nordfriesland. Die Verordnung zur Verkoppelung brachte 1766 völlig neue Verhältnisse hervor. Die Befreiung der Bauern aus dem Flurzwang der Feldgemeinschaft erzeugte – zusammen mit nunmehr planvollem Düngen und Mergeln, mit Drainagemaßnahmen und Fruchtwechselfolgen – in wenigen Jahren Ertragssteigerungen von mehreren hundert Prozent.

Ab den 1870er Jahren veränderten neue Möglichkeiten der Bodenverbesserung das Landschaftsbild nochmals. Große Naturflächen wurden in Kulturgebiete umgewandelt; der Anteil an Heide- und Moorgebieten sank bis 1927 auf der schleswigschen Geest auf rund fünf Prozent der gesamten Wirtschaftsfläche. In der Marsch, vor allem in Eiderstedt, gingen viele Bauern seit Anfang des 19. Jahrhunderts zur Viehzucht über und widmeten sich vor allem der Ochsenmast und dem Ochsenhandel. Dabei und infolge technischer Erfindungen und Maschinen wurden viele Arbeitskräfte freigesetzt – die Dörfer leerten sich zusehends.

Nach dem Zweiten Weltkrieg half zunächst das „Programm Nord“ die ärgsten wirtschaftlichen Probleme zu überwinden. Eine landwirtschaftliche Strukturreform sorgte durch Aussiedlung ganzer Gehöfte, durch Althofsanierung sowie freiwilligen Landtausch und Zusammenlegungen im Rahmen einer Flurbereinigung für deutlich bessere Ertragsbedingungen.

Neue, selbstfahrende Maschinen, die die verschiedensten Geräte antreiben konnten, machten Bauernhöfe fast als Einmannbetriebe möglich und Zugtiere wie das Pferd völlig überflüssig. Verfeinerte Anbautechniken, ertragreichere Sorten und entsprechend höhere Düngung, besserer Pflanzenschutz und geringere Verluste bei der Ernte und Lagerung führten bald zu Spitzenerträgen auf den Feldern. Eine optimale Kombination aus Züchtung, Fütterung und Haltung der Tiere erzeugte eine Leistungsexplosion im Stall, wo seit den 90er Jahren zunehmend die elektronische Datenverarbeitung nicht nur die Verwaltung, sondern sämtliche Abläufe von der Fütterung bis zur Reinigung regelt.

Rentabilitätsprobleme führten auf der Suche nach Marktnischen in den 80er Jahren zu ersten Formen alternativen Landbaus und zu dem Angebot der „Ferien auf dem Bauernhof“. Seit 1982 laufen auch Versuche, mit dem Anbau von Energie- und Industriepflanzen wie z. B. Raps oder schnell wachsenden Hölzern die Nahrungspflanzen zu ersetzen und weitere Überschussproduktion zu vermeiden. Einen echten regionalen Standortvorteil nutzen viele Landwirte bei der Aufstellung einer eigenen Windkraftanlage. 
Trotz des rasanten Rückgangs der Zahl der Beschäftigten– von rund 70 Prozent der Erwerbstätigen in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf 2,3 Prozent 2004 – und des sichtbaren „Höfesterbens“ (von 11 013 Betrieben 1949 auf 2 749 Haupterwerbsbetriebe über zwei Hektar Größe 2003) erwirtschaftet die Landwirtschaft heute noch vier Prozent der Bruttowertschöpfung des Kreises Nordfriesland. 159 124 Hektar landwirtschaftliche Flächen wurden 2003 genutzt, 239 800 Rinder (davon 61 400 Milchkühe), 210 500 Schweine, 161 100 Schafe und 39 300 Hühner gehalten.

Obwohl Nordfriesland direkt an der Küste liegt, spielte die Fischerei als wirtschaftlicher Faktor nie eine hervorragende Rolle. Das liegt daran, dass das Wattenmeer wegen seiner verhältnismäßig geringen Tiefe größeren Lebewesen keinen Raum bietet. So sind es denn auch eher die kleinen, dafür aber in großer Menge vorkommenden Garnelen und Miesmuscheln, die die Haupterwerbsquelle der Fischer im Lande bilden. Mit der Einführung des Schleppnetzes 1865 und des Motorkutters 1906 stieg der Fang von Speisegarnelen deutlich an. Waren in den 1950er Jahren die Krabbenkutter noch Holzbauten von 10-13 Metern Länge, so erreichen moderne Schiffe Ausmaße bis zu 20 Metern. Motoren bis 300 PS, Echolot, Radar und Selbststeueranlagen sind die Regel, motorisierte Schüttelsiebe und ölgefeuerte Kessel selbstverständlich. Um die 50 dieser Fahrzeuge haben heute in Nordfriesland ihre Heimat in Hörnum und List auf Sylt, Wittdün auf Amrum, Wyk auf Föhr, Hooge, Pellworm, Nordstrand, Husum (8) oder Tönning. Sie fangen nicht mehr Zigtausende Tonnen kleiner Futterkrabben wie in früheren Jahren, sondern jährlich um die 2 000 Tonnen Speisekrabben. Da deren Verkaufswert aber ein Vielfaches desjenigen der Futterkrabben beträgt, arbeiten die Fischer trotz der höheren Betriebskosten rentabel. In Zeiten geringer Erträge können die modernen Kutter auch auf Seezungen- oder Schollenfang umgerüstet werden.

Bereits im 18. Jahrhundert wurde durch das Anlegen von Kulturen der Miesmuschelfang entscheidend verbessert. Die Muschelfischer schaben dabei mit der Dredge das „schwarze Gold“ von verschieden tief liegenden Muschelbänken, wobei die tiefen Bänke die besten Früchte bieten. Nach dem Abfischen werden die Bänke mit Saatmuscheln belegt, die nach zwei Jahren Wachstum wieder ihre Fangreife erlangen. Zum Fang laufen in Nordfriesland acht Muschelkutter aus, die mit ihren 40 m Länge und bis zu 1 000 PS starken Motoren vor allem das Lister und Hörnumer Tief sowie die Norderaue befischen und im langjährigen Mittel 20 000 Tonnen an die muschelverarbeitenden Betriebe in Dagebüll und Emmelsbüll-Horsbüll abliefern. und erzielen in guten Jahren eine Ausbeute von rund 20 000 Tonnen. Der Fang wird an die beiden weiterverarbeitenden Betriebe in Dagebüll und Emmelsbüll-Horsbüll, die je drei Kutter betreiben, sowie in die Niederlande und nach Belgien geliefert. Auf Föhr wurden außerdem sechs Lizenzen zum Fang von Trogmuscheln vergeben, die wirtschaftlich jedoch keine große Rolle spielen.

Im einzigen Austernkulturbetrieb Deutschlands werden in der Blidselbucht südlich von List/Sylt jährlich etwa eine Million Austern geerntet. Auf speziellen Eisentischen wachsen sie in 40 Zentimetern Höhe über dem Wattboden in drei Jahren zu 70 bis 90 Gramm schweren Delikatessen heran.
 
Als Fortsetzung des traditionellen Fischfangs kann die in bescheidenem Ausmaß betriebene Nebenerwerbsfischerei gesehen werden. Ihr Ziel war und ist die Selbstversorgung, die über die familiären Grenzen hinaus bis zu einer Belieferung bestimmter Kunden in der Region zu verstehen ist. Einige wirtschaftliche Bedeutung hat dabei der Aalfang, der u. a. in den Gebieten vor der Arlauschleuse und Schlüttsiel betrieben wird. Der gesamte Fangertrag in der Nordsee betrug beispielsweise 1987 rund 80 Tonnen.


Landwirtschaft und Fischerei nördlich der Grenze

Auch in Sønderjylland geht die Entwicklung in der Landwirtschaft in Richtung einer geringeren Anzahl, aber größeren und spezialisierten Höfen. 1982 gab es laut Danmarks Statistik  (Dänisches Statistikbüro) 7.987 Höfe in Sønderjylland, während es im Jahre 2006 nur noch 3.889 waren. Gleichzeitig kann die Tendenz beobachtet werden, dass die Schweineproduktion wächst, während die Produktion in den übrigen Bereichen – Milchvieh, Getreide, Geflügelzucht und Gärtnerei – abnimmt. 
Im Jahre 2005 gab es 4000 Vollzeitbeschäftigte in der Landwirtschaft in Sønderjylland. Verglichen mit den 4342 Personen im Jahre 1999 zeigt sich auch hier, dass die Beschäftigung in der Landwirtschaft abnimmt.

Organisationen
Durch Dansk Landbrug (Dänische Landwirtschaft) ist die Landwirtschaft in einer landesweiten Organisation mit lokalen Verbänden organisiert. Als Interessenorganisation hat Dansk Landbrug die Aufgaben, wirtschaftspolitische, fachspezifische, soziale und kulturelle Interessen der dänischen Landwirte wahrzunehmen.
Dansk Landbrug ist Dachorganisation der örtlichen Verbände. In Sønderjylland gibt es Landbo Syd (Landwirtschaft Süd), Sønderjysk Landboforening (Landwirtschaftlicher Verein Sønderjylland), Landwirtschaftlicher Hauptverein für Nordschleswig sowie Landbrugsrådgivning Syd (Landwirtschaftliche Beratung Süd).

Beratung 
Neben der Wahrnehmung der fachspezifischen und politischen Interessen der Landwirtschaft bieten die Organisationen auch Beratung der landwirtschaftlichen Betriebe an. Die einzelnen Verbände verfügen über eine breites Spektrum von Beratung und Lehrgängen innerhalb der konkreten Produktionsbereiche, Verwaltung, Personalleitung und Personalpflege, Umwelt, Gebäudemanagement, Anlagenberatung usw.

Hofverkauf 

Nicht zuletzt gibt es in Sønderjylland auch zahlreiche Höfe, die lokale Produkte direkt vermarkten.

Auf der Homepage www.ecoweb.dk kann man Direktvermarkter in Sønderjylland finden, die sich auf ökologische Produkte spezialisiert haben.

Fischerei und Aquakultur 
Laut einer Statistik von Fiskeridirektoratet (oberste Fischereibehörde) waren im Jahre 2000 89 Personen als Berufsfischer in Sønderjylland beschäftigt; 2005 waren es noch 61 Personen. Entsprechend hat die Zahl der registrierten Fischereifahrzeuge im gleichen Zeitraum von 110 auf 89 abgenommen. Der größte Teil der Fischereiflotte in Sønderjylland operiert vom Hafen in Sønderborg aus.

Hingegen erlebt der Bereich Aquakultur – Fisch- und Muschelzucht – eine Zunahme. 2003 gab es 1395 registrierte Anlagen in Sønderjylland; im Jahre 2005 1681 Anlagen. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um Süßwasseranlagen, in denen Forellen gezüchtet werden.

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